9. Dezember 2022

„Universum“ widmet sich Meisterwerken, Prachtbauten und Urwäldern

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Österreich hat zwölf Welterbe-Stätten. Georg Riha stellt sie in einer zweiteiligen Doku vor, die vor allem durch die Vogelperspektive ganz neue Einsichten gewährt. Sprecher der Doku ist Peter Simonischek.

Was haben das historische Zentrum von Graz, die Pfahlbauten im Keutschacher See oder Hallstatt gemeinsam? Sie zählen zum Unesco-Welterbe und gelten daher als besonders schützenswerte Natur- und Kulturdenkmäler.

Zwölf dieser außergewöhnlichen Stätten liegen in Österreich: „Wo Kultur ist, hat auch immer Natur ihren Platz, und wo sich die Fürsorge der internationalen Gemeinschaft der Natur widmet, ist immer auch ein Stück Kultur mitgemeint“, heißt es heute Abend zu Beginn eines zweiteiligen Universums, das der Wiener Regisseur Georg Riha zu den Welterbestätten gestaltet hat. Ihm ist es ein wichtiges Anliegen, „die Schönheit und Vielfalt, die Einzigartigkeit, aber auch Verletzlichkeit der kulturellen Schätze dieses Landes zu erhalten“ sowie „den Menschen die notwendige Rücksichtnahme vor Augen zu führen.“

Das Mittel der Wahl ist vor allem das Beobachten aus der Luft, das neue Perspektiven bietet: Der Kern von Wien etwa blieb in den letzten 150 Jahren unverändert, erstaunlich ist aber, dass man noch immer den Verlauf der Mauern und Gassen des ursprünglichen römischen Legionslagers von Vindobona erkennen kann.

Außergewöhnlich ist auch, dass in Zeiten schrumpfender Vogelpopulationen die Zahl der Bienenfresser im Welterbegebiet Neusiedlersee zugenommen hat. Das kann wohl auf den Klimawandel zurückgeführt werden, denn die bunten, zu den Spechten zählenden Vögel haben es gerne warm. Andernorts sorgt der Klimawandel aber für schmelzende Gletscher, wie etwa auf dem Dachstein, der in 200 Jahren zwei Drittel des Volumens verloren hat. „Gegen den Klimawandel kann auch die Einstufung als Welterbe nichts ausrichten“, sagt Peter Simonischek, der der zweiteiligen Doku seine Stimme leiht.

Ob die steilen Weinterrassen in der Wachau, wo die historischen Trockensteinmauern aufwendig saniert werden, die Störche in Rust oder der 700 Jahre alte Dachstuhl einer Kirche: Georg Riha verbindet Kultur und Natur in prachtvollen Bildern und baut auch historische Aufnahmen ein, die spannende Blicke auf vergangene Zeiten erlauben. Nächste Woche geht der Streifzug weiter – unter anderem mit Fledermäusen in Schloss Eggenberg und einem Besuch in für Normalsterbliche verbotenen Buchenwaldschutzgebieten. Ganz dem Motto verpflichtet: „Nur was man kennt, will man schützen.